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Kreisgebiet. Für Martina Styrnol aus Siegen und Maik Tusche aus Hilchenbach kam die freudige Nachricht völlig überraschend. Sie sind zwei von insgesamt 69 Preisträgern des bundesweiten Literaturwettbewerbs mit dem Thema „Kunst und Lebenskunst“ für Menschen mit Lernschwierigkeiten, also mit sog. geistiger Behinderung. Ausgelobt hatte ihn der Bielefelder Verein „die Wortfinder“. 10 Klienten des Ambulant Betreuten Wohnens beim AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe nahmen an dem Wettbewerb teil. Unterstützt wurden sie dabei von den AWO-Mitarbeiterinnen Gaby Hinter und Sabine Schmidt.
„Ich wollte testen, ob ich soviel Fähigkeiten hab, um einen Text zu schreiben, und was dabei rauskommt. Ob der Text sehr gut ankommt oder nicht“, beschreibt die frisch gebackene Autorin Martina Styrnol spontan ihre Gedanken. Für den Wettbewerb beschrieb sie unter anderem ein Bild Ihrer Schwester Sonja Braas, die als bildende Künstlerin in New York lebt und arbeitet. Das bewegende Prosagedicht „Meine Kunst“ über das eigene Leben wählte die Jury, bestehend aus Vertretern des Vereins Wortfindern, Kulturschaffenden und Autoren, aus fast 600 eingereichten Beiträgen zum Thema "Kunst und Lebenskunst" aus.
„Bist Du Künstler?“ oder „Kennst Du Künstler?“ waren nur einige der Fragen, die Gaby Hinter und Sabine Schmidt den Teilnehmern stellten, um sich dem Thema des Wettbewerbs zu nähern. Zusätzliche Inspiration lieferten Kunst-Bildbände. Danach sprudelten die Gedanken bei vielen Gelegenheiten. Während einer Zugfahrt entstand „Van Gogh“, der Beitrag von Maik Tusche. Leben und Werk des Niederländer Malers hatten den 32-Jährigen nachhaltig beeindruckt. Seine Gedanken brachte Sabine Schmidt genau so zu Papier, wie er sie äußerte. Auch andere, die nicht lesen und schreiben konnten, erhielten diese Unterstützung. Es entstand ein beindruckendes „Gemälde“ aus wenigen Worten, dass 2013 auch im neuen literarischen Wandkalender des Bielefelder Vereins erscheinen wird. „Das hat mich gefreut und ich hab’s direkt meiner Mutter und meinem Vater erzählt und die waren stolz auf mich!“, berichtet Maik Tusche.
Auch wenn die Texte der übrigen Teilnehmer des Ambulant Betreuten Wohnens der AWO aus dem Siegerland diesmal nicht ausgewählt wurden, freuen sich alle darüber, dass es Preisträger aus den eigenen Reihen gibt. Die anfängliche Skepsis - „ich kann doch gar nicht lesen und schreiben“ – ist längst vergessen. Statt dessen konnten tiefsinnige, poetische und bewegende Gedanken über die eigene Biografie, das Leben im Allgemeinen und die Kunst festgehalten werden, die den Leser unmittelbar berühren. Daran will man bei der AWO anknüpfen und eine Literaturwerkstatt für Menschen mit Lernschwierigkeiten anbieten. Vor allem bei Maik Tusche regt sich schon jetzt die Vorfreude: „Vor allem von früher weiß ich viel, Mittelalter, Krieg, alte Autos, alte Flugzeuge - das interessiert mich.“ Die dabei entstandenen Texte will die AWO nächstes Jahr in einem Buch veröffentlichen. Über den Thema und Titel wollen alle Beteiligten noch in aller Ruhe sprechen. Die Botschaft aber ist schon jetzt klar: „Alle Menschen haben etwas zu sagen, egal ob sie lesen oder schreiben können!“
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Ist glücklich über ihren Erfolg beim Literaturwettbewerb Kunst und Lebenskunst: Martina Styrnol aus Siegen. | "Meine Eltern sind stolz auf mich!" sagt Maik Tusche (hier mit Freundin Nadine Rothert). Auch er ist einer der Preisträger des bundesweiten Literaturwettbewerb des Vereins Wortfinder e.V. |