„Hilfe zur Selbsthilfe“ – Migrationsberatung unterstützt im Alltag


Y. Kolarec von Caritas AufWind (links) und H. Prentki von der AWO stellen die Migrationsberatungsstellen im Kreis Olpe vor. Auf dem Bild fehlt Z. Khaltar .

Die Themen Einwanderung und Integration haben einen hohen Stellenwert im Kreis Olpe. Doch wer genau sich diesen Themen annimmt und die damit verbundene Prozesse steuert und begleitet, ist in der breiten Öffentlichkeit nicht immer bekannt. Die im Kreisgebiet ansässigen Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer (MBE) wollen das ändern und den bundesweiten MBE-Aktionstages am 23.09.2020 nutzen, um ihre wichtige Arbeit vorzustellen.
Die Beratungsstellen für erwachsene Zuwanderer ab 27 Jahren und deren Familien befinden sich an drei Standorten im Kreisgebiet: Caritas AufWind bietet Sprechstunden in Attendorn und in Finnentrop an, der Verein für soziale Arbeit und Kultur (VAKS) ist mit Beratungsstunden in Olpe vertreten und der AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe hat seine Beratungsstelle in der Begegnungsstätte in Lennestadt-Meggen. Alle Migrationsberaterinnen arbeiten unter dem Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“.
„Die Migrationsberatung ist ein bundesweit gefördertes Beratungsangebot vom Bundesministerium des Innern für Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärt Hanna Prentki von der AWO. „Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können mit den verschiedensten Anliegen das Beratungsangebot in Anspruch nehmen. Themen wie Zugang zum Arbeitsmarkt, Bewerbungshilfe, Vermittlung an Sprach- und Integrationskurse oder die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse sind nur einige von vielen, die in der Migrationsberatung behandelt werden.“
Das Angebot wird von vielen dankend angenommen. Enhjin Batmunkh, eine Ratsuchende aus der Mongolei, konnte sich von Zandangerel Khaltar vom VAKS sogar auf ihrer Muttersprache beraten lassen: „Besonders toll finde ich die Möglichkeit, in meiner Muttersprache sprechen zu können. So fällt es mir viel leichter, das ohnehin mir unbekannte und komplexe System in Deutschland zu verstehen und mich in der neuen Umgebung mit einer anderen Kultur sicherer zu fühlen.“
Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und vertraulich. Bei einem ersten Gespräch werden Informationen gesammelt, die für die weitere Abwicklung hilfreich sein können. So ist die Kooperation mit diversen Anlaufstellen, wie beispielsweise das Sozialamt der jeweiligen Kommunen, die Bundesagentur für Arbeit oder die Ausländerbehörde, eine mögliche Ergänzung zur Beratung. Aber auch ein reger Kontakt zwischen MBE und Schulen sowie Kindergärten ist gerade für Familien ein wichtiger Bestandteil des Beratungsangebots.
Durch die dezentrale Aufteilung der MBE im Kreis Olpe ist eine gute Netzwerkarbeit im Sinne der Ratsuchenden möglich. So bestehen enge Kooperationen zu allen notwendigen Behörden und Trägern. „Im Rahmen der Corona-Pandemie hat die Unterstüt-zung auch nochmal an Bedeutung gewonnen, da Betroffene nicht immer in der Lage sind die Anträge und weitere Unterlagen alleine vollständig auszufüllen,“ reflektiert Anna-Katharina Klement, Migrationsbeauftragte des Jobcenters Kreis Olpe, die Zu-sammenarbeit mit den MBE-Stellen.
Wer Fragen rund um die Themen Migration und Integration hat, kann die Beratungsstellen erreichen unter: Yvonne Kolarec, Tel.: 02721-6025830, , Zandangerel Khaltar, Tel.: 02761-828444, , Hanna Prentki, Tel.: 02721-719752, .